Christusgemeinschaft
Oer-Erkenschwick e. V.

Monatsgedanken

Monatsgedanken Januar 2026

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Du sollst den HERRN,
deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.                                                                   
5. Mose 6,5

 

 Das NEUE JAHR 2026 ist schon längst im Fluss der Zeit. Und wer diese Zeilen noch viel später im Laufe des Jahres liest, weiß auch schon, was so übrig geblieben ist von den Wünschen und eigenen Vorsätzen. Warum sollte es diesmal anders sein als sonst: vieles hat sich unvorhersehbar entwickelt, - im Guten wie im Bösen. Mal sind wir an unserer eigenen Inkonsequenz und Willensstärke gescheitert, ein anderes Mal treffen uns Entwicklungen, auf die wir keinen Einfluss hatten und haben. Vielleicht hatten wir uns auch einfach zu viel vorgenommen und es war bei genauerer Betrachtung von vornherein schon klar, dass unsere Vorsätze vom Jahresbeginn scheitern mussten.
Der ausgewählte Monatsspruch mit seiner hohen Forderung aus der Bibel scheint dazu gut zu passen. Natürlich richtet er sich zunächst an jene, die auch im Jahr 2026 eine gute Beziehung zu Gott haben wollen.
Aber kann das überhaupt gelingen, Gott zu lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft? Geht das nicht über unsere Kräfte und lässt überdies kaum noch Raum für unsere anderen Herzensangelegenheiten? Da bleibt uns doch vorhersehbar am 31.12.2026 nur in der Rückschau betrübt über das Wort zu sein und traurig davonzugehen? Die Bibelkundigen wissen natürlich, wem das einst so ging. Er wird in den Evangelien als „der reiche Jüngling“ bezeichnet (Mk.10; Mt.19; Lk.18). Dort lesen wir einen Dialog zwischen Jesus und jenem frommen Mann von dem berichtet wird, dass er in seinen Lebensjahren fast alles für Gott getan und darin sogar die Gebote befolgt hatte! Und wer davon hörte konnte nur fragen: Wenn dieser nicht nach seinem letzten Silvester in Gottes Reich kommt, „wer kann dann selig werden?“(Mk 10,26). Aber Jesus trübt dessen makellose Bilanz mit den Worten: „Eines fehlt dir. Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!“ (Mk,10,21)
Doch Jesus geht es nicht um eine grundsätzliche Kritik am vielleicht sogar hart erarbeiteten Reichtum und schon gar nicht um die Bilanz eines vergangenen Jahres oder der eines Lebens am Ende der Jahre. Auch ist seine moralische Integrität nicht das Thema. Jesus bezieht sich unausgesprochen auf das o.g. Gebot im fünften Buch Mose in seinem Gespräch mit diesem „reichen Jüngling“. Es geht ihm nicht darum herauszustellen, dass dieser am Ende doch nicht Gottes Ansprüchen genügt, ja als Mensch genügen kann, sondern sein Augenmerk gilt der Ausrichtung des Lebens auf Gott. Wie die Kompassnadel immer nach Norden weist, auch wenn ich nach Westen unterwegs bin, so funktioniert die Lebensausrichtung und darin auch die Korrektur nur im göttlichen Magnetfeld. Ohne diese Einnordung ist mein Weg durch die Zeit dem Zufall oder meiner persönlichen Zielsetzung überlassen. Der fromme Jüngling hatte seine eigene Nordrichtung letztlich in seinem Reichtum bestimmt und sich verlaufen. Viel Reichtum der gegeben oder verdient sein kann, ist das eine, aber das Leben darauf auszurichten, ja bestimmen zu lassen, ist das andere, was Jesus kritisiert.
Woran orientieren wir unser Leben im begonnenen Jahr? Keine einfache Frage, die sich auch Christen immer neu stellt. Unsere Wege und Ausrichtungen sind und müssen sehr verschiedenen sein. Wir werden es auch in unserem neuen Jahr 2026 nicht schaffen immer auf den rechten Wegen (Micha 6,8) zu bleiben, vielleicht sogar Irrwege für richtig zu halten. Sogar unser frommes Engagement kann die Nordrichtung ausblenden. Doch genau das Gegenteil ist es, was Jesus fordert: Bei allem was wir tun und lassen, die göttliche Kompassrose dabei zu haben. Dann erst werden wir wissen können, auf welchem Lebensweg wir sind und wo wir uns verlaufen haben. Doch auch unser Versagen wird uns nicht trennen von der Liebe Gottes und Jesu, denn „er hat uns zuerst geliebt.“(1. Johannes 4,19) Auf dieser Grundlage steht der Monatsspruch am Beginn dieses Jahres und so können wir im Magnetfeld dieser Liebe unsere Wege gestalten und beurteilen, nicht nur im

 

Januar Anno Domini 2026

© D.E.