Christusgemeinschaft Oer-Erkenschwick e. V.

Tulpe Mai Px 22

 

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit,
so wie es deiner Seele wohlergeht.

3. Johannes 2

 

Wenn es ein Verzeichnis der besten Wunschsprüche gäbe, wäre dieser Wunsch sicher ganz weit vorn! Denn das ist doch wohl kaum zu toppen! Wenn es einem an Körper und Seele gut geht, dann ist doch an alles gedacht.
Der Wunsch entstammt dem kürzesten Brief des biblischen Neuen Testaments. Dem Empfänger gilt eine große Wertschätzung des Briefschreibers. Im Vers zuvor spricht er sogar davon, dass er ihn lieb hat.
Übers Jahr wünschen wir auch für unsere Lieben bei vielen Gelegenheiten sicherlich ähnlich viel Gutes,
natürlich insbesondere sehr persönlich bei Geburtstagen. Ein hübscher Blumenstrauß ergänzt oftmals den damit in vielen Blüten gefasste Glückwunsch. Aber so ein Tag erinnert in eigentümlicher Weise auch unerwünscht immer daran, dass das Leben endlich und als solches immer bedroht ist. Gute Wünsche sollen daher bewirken, dass alles gut bleibt oder gut wird. Sie sollen das Glück bringen, von dem in ihnen die Rede ist, also sich erfüllende Glückwünsche werden.
Doch das ist so eine Sache, denn es braucht nicht viel Gedankenanstrengung, um einzusehen, dass Wünsche nicht mehr als Worte sind, die für sich im Grunde nichts bewirken können. Bestenfalls sind sie eine Art Placebos und vielleicht als solche manchmal wirksam. Doch wir kennen alle den Unterschied zwischen >Wunsch und Wirklichkeit< oder wissen um sog. >fromme Wünsche<.
Wie aber können Wünsche tatsächlich Wirklichkeit werden und nicht einfach nur ungedeckte Zukunftschecks sein?
Einerseits können wir selbst einiges dazutun, um unsere Wünsche für andere in Erfüllung gehen zu lassen. Wer dem Anderen Hilfe bei seinen Problemen wünscht, müsste eigentlich der Erste sein, der seine Hilfe anbietet. Christen nennen das Nächstenliebe, das aktive Bemühen dem anderen zum Wohlergehen zu verhelfen. Wo Jesus den Dienst für die Mitmenschen sieht, wird u.a. im Matthäus-Evangelium (Mt.25,34) berichtet: Hungrigen und Durstigen helfen, Fremde aufneh
Verblüte DE 2205men und versorgen, Kranke und Gefangene besuchen, kurz für die Grundbedürfnisse an Leib und Seele der Menschen sorgen.
Aber es bleibt andererseits ein nicht unbeträchtlicher Rest von Wünschen, deren Umsetzung nicht in unserer Hand liegt. Viele Märchen der Völker erzählen davon und berichten darum oft von überirdischen Wesen, die das Schicksal der Menschen lenken und Wünsche darin realisieren. Und auch in unserer ach so rationalen Zeit sind Menschen durchaus geneigt, gute Wünsche mit Kräften in Verbindung zu bringen, die nicht von dieser Welt sind. Eine Fülle von esoterischer Literatur verweist auf solche übersinnliche Hilfen. Für Christen ist damit der feste Glaube verbunden, dass unsere Wünsche verbunden sind mit einer himmlischen Welt, die ihren Anteil daran hat, dass Wünsche sich erfüllen können. So erweitert sich der Wunsch in einen Segenswunsch, der Gott „mit ins Boot“ holt. Das menschlich Unverfügbare - wie etwa trotz aller medizinischen Fortschritte die Gesundheit und auch die Seele - wird mit Gott verknüpft. > „Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund “ ist ein Satz in jeder katholischen Messe, der verdeutlichen will, dass Gottes Wort mehr ist als das eines Menschen und eine verändernde Kraft hat. Es lohnt sich, dazu mal die Geschichte eines Mannes im Matthäus Evangelium (Mt. 8,5-13) zu lesen, der darum wusste, welche gesundmachende Kraft ein Wort haben kann. Und auch, wenn die letzte Blüte im bunten Frühling dieses Jahres verblüht ist, wird dieses Wort nichts von seiner Kraft verlieren! (s. dazu Mt. 24,35)
Vielleicht denken wir bei unseren nächsten Glückwünschen einmal darüber nach wie wir selbst dazu beitragen können, dass sie mehr sind und werden als schöne Sprüche und nach der Blüte Früchte bringen und es vor allem unserer und unserer Lieben Seele wohlergehe, nicht nur im

Mai Anno Domini 2022

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