Christusgemeinschaft Oer-Erkenschwick e. V.

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Römer 8,18

Können Sie einen Zusammenhang herstellen zwischen dem Bibelvers und dem Steuerrad?

Nein,- es geht nicht um eine stürmische AIDA Kreuzfahrt nach Rom und um eine anschließende Entschädigung mit dem Besuch dieser interessanten Stadt. Es geht auch nicht um eine andere Seefahrergeschichte, wohl aber um eine Fahrt durch das Leben von uns Menschen.

Vor etwa 2500 Jahren lebte im heutigen Grenzgebiet von Indien und Nepal ein Mann einer hochgestellten in einem Palast lebenden Familie. Das war für ihn wie ein goldener Käfig, denn er durfte den Palast nie verlassen. Umso neugieriger war er wohl auf die Welt da draußen. Heimlich unternahm er Ausflüge in diese andere Welt wie später der kleine Prinz. Das sollte ihm nicht gut bekommen, denn nun wurde er zum ersten Mal mit bitterer Armut, Not und Leid begegnet. Er traf Leute denen das Schicksal übel mitgespielt hatte, die ihren Besitz verloren, von bösen Krankheiten getroffen wurden oder deren Alter ihnen viele leidvolle Tage zumutete. Aber er traf auch Leute, denen es wie ihm materiell und körperlich an nichts mangelte. Doch Glück strahlten sie nicht aus. Sie litten unter Unzufriedenheit, von Gier, Neid und Hass waren sie befallen. Und so lernte der reiche Prinz, was er niemals lernen sollte: „Alles Leben ist Leid!“ Früher oder später übernimmt das Leid in vielfältiger Weise das Steuerrad des Lebens. Gibt es aber einen Ausweg, eine Erlösung?
Der Mann von dem hier die Rede ist hieß Gautama Siddharta und er sollte zum Begründer des Buddhismus werden. Er fand der Legende nach den inneren Frieden in der Meditation, in der Loslösung vom Körper und in der Reinigung des Geistes von all dem, was menschliches Leben zersetzt und Leid bereitet. Dazu hilft nach der Lehre des Buddhismus der sog. achtfache Pfad auf dem man lernen soll, das Steuerrad des Lebens (später ein Symbol dieser Religion mit seinen 8 Speichen) selbst in die Hand zu nehmen. Selbstversenkung in der Meditation, Reinigung der Gedanken, Körperbeherrschung gehören dazu. Und wenn man es in diesem Leben nicht schafft, gibt es neue Chancen in weiteren. Jedes neue Leben ist aber keine Belohnung, sondern auch hier wartet wieder das Leid. Bis man es geschafft und dem Kreis der Wiedergeburten entronnen ist (Nirwana).

Für den Schreiber des oben zitierten Römerbriefes wäre diese Selbsterlösungsstrategie ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Er wusste, dass Menschen im Gefängnis des Leibes und des Lebens sitzen, quasi in einer Todeszelle,- wie nett sie auch immer ausgestattet sein mag. In dieser Beurteilung des Lebens hätte er sich mit Gautama Siddharta durchaus einig gewusst. „Wir wissen ja, dass die gesamte Schöpfung leidet.“, so schreibt er einige Zeilen später in seinem Brief. Aber die Erlösung erwartete dieser Paulus von Tarsus- so heißt der Verfasser- von einem lebendigen Gott, der den letztlich leidvollen Lebensweg eines Menschen in einer herrlichen Zukunft enden lässt. Wir sind nicht unterwegs in ein buddhistisches Nichts (Nirwana), sondern in ein reales Alles, in dem es dann auch kein Leid mehr gibt. (sehr unscharf in den Begriff des Paradieses bezeichnet). Aber genau hier beginnt nicht von ungefähr auch die Kritik am christlichen Glauben. Ist er nicht nur eine Betäubung für die Schmerzen und Leiden der menschlichen Gegenwart? „Not lehrt beten“ weiß der Volksmund, ob auf der Titanic oder auf der Krebsstation. Karl Marx nennt die Religion daher „Opium des Volkes“, auch von den Herrschenden gut einsetzbar zur Vertröstung auf ein Jenseits. Aber Paulus tritt nicht als billiger Jenseitsverkäufer auf. Er nimmt das Leiden der römischen Christengemeinde ernst. Wir wissen zu wenig über sie, um ihre „Leiden“ genau zu kennen. Jedenfalls ist nicht nur an die Christenverfolgung im römischen Reich zu denken, etwa unter den Kaisern Claudius und Nero (um 64 n Chr.), sondern auch an die ganz gewöhnlichen Alltagsleiden in einer Zeit ohne gute Medizin und sozialer Absicherung. Paulus verkündigt einen liebenden Gott, dessen Liebe man nicht im ständigen Wohlergehen und in einem unbelasteten Leben erkennt. Er weiß darum, dass dieser Gott auch und gerade im Leid „DA“ ist. „Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod?“ (Röm.8,35), so fragt dieser Paulus provokant. Menschen von heute sind sicher geneigt zu antworten: „Genau das!“ Denn wenn es einen Gott gibt, wie kann er (……..bitte hier eigenes oder wahrgenommenes Leid von Menschen einsetzen…………) das zulassen? Damit erscheint der Gegenbeweis für die Existenz eines Gottes erbracht. Aber der Gott des Paulus ist der „Mitleidende“, der nicht hilflos selbst zum Taschentuch greift, sondern die Erlösung vorbereitet hat, für die Zeit nach dieser Welt. Für die gilt in jeder Epoche tatsächlich die buddhistische Feststellung: „Alles Leben ist Leid.“ Wie ist der Fluch dieses Leidens auf der Welt zu erklären?
Bis zu dieser Stelle haben Sie bereits rund 800 Worte gelesen. Ein Vielfaches davon wird nicht ausreichen, eine befriedigende Antwort zu geben. Das Leid ist einfach Fakt. Und ebenso ist es die Sehnsucht des Menschen, dem ein Ende zu machen. So redet dieser Tage der deutsche Gesundheitsminister davon, den Krebs als Leidensgeißel der Menschheit bald zu besiegen. Nicht nur seriöse Wissenschaftler lächeln darüber, sondern auch Paulus würde das tun. Aber für den Menschen, der sich auf diesen Gott verlässt, macht Paulus eine einfache Rechnung auf: „dieser Zeit Leiden wird nicht ins Gewicht fallen“ gegenüber dem Schwergewicht einer kommenden Herrlichkeit. Das wird auch leidende Christen nicht immer in leidvollen Situationen aufheitern. Aber sie können das Steuerrad des Lebens darin getrost loslassen. Und das dann sogar dann und wann sogar (vorübergehende) Heilung auf diesem Planeten möglich ist, davon berichtet die Bibel in vielen Geschichten und darüber könnte auch der Verfasser selbst berichten im

Februar Anno Domini 2019!

 

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