Christusgemeinschaft Oer-Erkenschwick e. V.

Kurzandacht

Optilk 2201Jesus Christus spricht:
Kommt und seht!

Johannes 1,39

 

Foto; Jason Gillman

Wer zu den Brillen- oder Kontaktlinsenträgern gehört kennt dieses technische Instrument mit dem Optiker und Augenärzte die Sehfähigkeit überprüfen und optimieren. Aber egal, ob mit Brille oder ohne, mit dem Sehen ist das so eine Sache. Im Grunde ist das Sehen sogar unabhängig von unseren Augen! Vor einiger Zeit lernte ich einen blinden Mann kennen. Wir diskutierten ein wenig kontrovers und dann sagte er unvermittelt: >Ich mach mir mal ein Bild davon…< Unsere Augen sind ein Hilfsorgan unseres Verstandes, besser gesagt unseres Geistes. Sie benötigen eine Sehanleitung oder einen Sehauftrag. Jeder Mensch hat sicher schon mal den Satz gehört: >Ja, siehst du das denn nicht!< Beide haben das Gleiche vor Augen, aber der eine sieht’s, der andere nicht. Und manchmal nützt alles nichts, er oder sie >sieht es nicht ein<, wie eine bezeichnende Redewendung sagt.
Genau in diesen Zusammenhang des Sehens, Nichtsehens und Übersehens führt die Bibelstelle aus dem Johannes-Evangelium. Eine Gruppe von Männern trifft auf Jesus von Nazareth, von dem einer sogar überzeugt ist, dass aus dieser Stadt nichts Gutes kommen kann. Jesus fragt: „Was sucht ihr?“ (Joh.1,38). Damit ist der Schlüssel zum Sehen benannt: die innere Blickrichtung, gewissermaßen der suchende Seelenblick. Die Männer blickten auf ihr Leben und stellten für sich die Sinnfrage. Sie hatten von diesem Jesus gehört. War er aber derjenige, der ihr Suchen erfüllen konnte? War er vielleicht sogar der Messias, der Gesandte Gottes? Einer von ihnen mit Namen Nathanael war auch ein Fragender, hatte aber Jesus nicht im Blick. Sein Freund Philippus nimmt ihn mit zu Jesus. „Komm und sieh!“ ermutigt er ihn. So geht er schließlich mit und begegnet Jesus. Nathanael sieht ihn und sieht doch nichts. Erst Jesus selbst schärft seinen Seelenblick indem er ihm sagt, er habe ihn längst gesehen, bevor er ihm gegenüberstand. Nun erst erkennt er, dass er nicht irgendeinem Wanderprediger gegenübersteht, sondern dem Messias. Aber Jesus ist damit nicht zufrieden. Ihn nur mit den äußeren Augen und dem Verstand zu sehen, das ist es nicht, was den Glauben an den Gesandten Gottes ausmachen sollte. Vielmehr ist es der suchende Seelenblick von Menschen, die erkannt haben, dass das Leben mehr ist als die Aneinanderreihung von neuen Lebensjahren. Der Sehauftrag Jesu bezieht sich nicht auf den blinden Zukunftsblick, denn auch mit den besten Augen, können wir nicht vorhersehen, was kommen wird. Kommt und seht vielmehr auf eure Lebensfragen! Mit welchen Lebensfragen sind wir beschäftigt oder weichen wir ihnen regelmäßig im Alltagsgeschehen aus? Macht euch ein Bild von euch selbst, dem Tun und Lassen, mit dem wir dem Leben vor dem Hintergrund der irdischen Endlichkeit und der zukünftigen Ewigkeit einen Sinn geben. Macht euch dann ein Bild von der Welt. Wo können wir sie im seinem Sinne mitgestalten? So versteht Jesus gutes Sehen und er bietet an, den Blick zu schulen und Antworten zu geben, bestimmt auch solche die wir nicht erwartet haben. Wo finden wir diese Antworten? Jesu Augenschulung ist sein Leben und seine Botschaft wie sie uns im neuen Testament überliefert wird. Mit ihr wird es möglich, die Welt mit anderen Augen zu sehen, mit einer Sehschärfe wie man sie vorher nicht hatte. Damit wird auch ein ganz anderer Blick auf das neue Jahr 2022 möglich, der unser Leben verändern kann und wird, bestimmt schon im

Januar Anno Domini 2022

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